Unsere DIY-Campingbox: Die Planungsphase

Seit langem wollen wir einen eigenen kleinen Mini-Camper. Und seit letztem Jahr haben wir mit unserem Peugeot Rifter Hochdachkombi auch das passende Grundfahrzeug. Heute nehmen wir euch mit auf die Reise durch die Planungsphase unseres Ausbaus.

1. Die Anforderungen

Unser Hochdachkombi soll uns für kürzere Ausflüge in die Berge, zu Freunden oder ans Meer begleiten (für längere Reisen zu viert steht uns des Schwiegervaters Wohnmobil zur Verfügung).

Wichtig ist uns dabei Stauraum für die Küchenutensilien (Gaskocher, Campinggeschirr, Töpfe, Gewürze, Nudeln, Obst & Co.), Kletterzeug (Gurte, Seile, Klettersteigsets, etc.), Klamotten und Schuhe, Schlafsack & Zelt (für die Kinder), Campingtisch und Campingstühle bieten. Dabei soll die Rücksitzbank während der Fahrt nutzbar bleiben. Für die Campingküche schwebt uns eine kleine Küchenbox mit Frisch- und Brauchwasser-Tank vor. Platz für eine Kühlbox sehen wir während der Fahrt auf dem mittleren Sitz der Rücksitzbank vor, diese muss also nicht in die Campingbox integriert werden.

Das sind unsere Anforderungen:

  • eine Liegefläche für 2 Personen, ca. 115x180cm
  • Platz für diverses Equipment (Küche, Klettern, Klamotten, Schuhe)
  • evtl. eine Küchenbox mit Frisch- und Brauchwasser
  • evtl. eine „Klobox“
Planung in Tinkercad: Campingbox und Liegefläche und Küchenbox rechts

2. Campingbox und Liegefläche

Für die Campingbox rechnen wir mit den Maßen 115x60x60cm. Die Liegefläche ergibt ausgeklappt eine Fläche von 176x115cm.

Die Campingbox teilt sich in drei Elemente: Links und Rechts ist Stauraum bei jeweils 2 45l-IKEA Samla-Boxen. In der Mitte Platz, um die Küchenbox mit Frisch- und Brauchwasserkanister, Handwaschbecken und etwas Stauraum abzustellen. Ohne Küchenbox wäre hier auch z.B. Platz für eine Kühlbox.

Die meisten Campingboxen orientieren sich von der Höhe an der eingeklappten Rücksitzbank, die z.B. im Caddy rund 30cm Höhe hat. Beim Umbau auf den „Schlafmodus“ werden die auf der Box gelagerte Elemente der Liegefläche nach vorne geklappt. Somit ist hier nur eine bestimmte Höhe der Box möglich. Vorteil hier: der Raum zum Aufenthalt im Innenraum ist relativ groß. Nachteil: Der Stauraum ist begrenzt.

Für unseren Ausbau hätten wir gerne etwas mehr Stauraum und nehmen dafür den Platzverlust beim Schlafen in Kauf. Dafür legen wir unsere Campingbox statt ~33cm wie z.B. bei der Biberbox knapp 60cm hoch an. Das entspricht der Höhe der Kofferraumablage.

Beim Peugeot Rifter (Citroen Berlingo, Opel Combo und baugleichen) versenkt sich die Rücksitzbank fast eben nach unten. Eine Auflagefläche wie beim VW Caddy ist somit nicht vorhanden und eine komplette Abstützung der Liegefläche nach unten nötig.

Zudem öffnen sich meisten Campingboxen auf dem Markt von oberhalb der Box nach vorne und benötigen entsprechend Raumhöhe. Bei unserer Höhe von 60cm haben wir aber nur eine sehr reduzierte Raumhöhe. Deshalb klappen wir die Liegeflächen-Elemente zum Verstauen von hinten an die Box anstatt auf die Box. Zum Abstützen der Liegefläche schneiden wir die Stützen direkt passend aus den Brettern der Liegefläche. Im Idealfall klappen sich diese Stützen beim Aufbau durch die Schwerkraft nach unten und bieten der Liegefläche sauberen Halt.

Eine Abstützung/Aufhängung wie bei den meisten Boxen über die Umlenkung des Sicherheitsgurt ist beim Peugeot Rifter bauartbedingt nicht möglich, man könnte höchstens an den Sitzen/Nackenstützen eine Abspannung mit Seilen vorsehen.

Die Küchenbox mit Waschbecken, Frisch- und Brauchwasser, Gaskocher und kleinem Ausklapptisch

3. Die Küchenbox

Die Küchenbox soll eine kleine Mini-Küche mit Handwaschbecken, Frisch- und Brauchwasserkanister (je 12 Liter) und Platz für das Abstellen des Gaskochers bieten.

Format der Küchenbox ist ca. 28x80x54cm. Das Waschbecken hat einen Durchmesser von 24cm. Für die Wasserversorgung sorgen ein 12l Frischwasserkanister, der über eine kleine 12V-Pumpe das Wasser zur Armatur pumpt. Vom Waschbecken fließt das Wasser dann danke der Schwerkraft in den 12l-Brauchwasser-Tank. Die kleine Pumpe kann entweder über 12V vom Auto betrieben werden oder alternativ auch mit einem USB-12V-Adapter von einer kleinen Powerbank. Hier nutzen wir eine GoalZero Sherpa 100 PD Powerbank, die wir über ein kleines SolarPanel laden. Die Powerbank soll bei uns natürlich nicht nur die kleine Pumpe betreiben, sondern auch Smartphones und den laptop unterwegs laden.

Für den Gaskocher bleiben auf der Küchenbox ~28x30cm Platz übrig. Perfekt für unseren Primus PrimeTech Stove Set 2.3L, mit dem man auch locker für 4 Personen kochen kann.

Für den Transport verschwinden der Gaskocher und Töpfe dann im Inneren der Küchenbox. Durch ausklappbare Füße an der Box ergibt sich eine „Arbeitshöhe“ von knapp 80cm Höhe. Somit steht die Küche schön neben einem handelsüblichen Campingtisch.

Im Idealfall kann man sich den Klapptisch sparen, indem die Seitenfläche der Küchenbox als kleiner „Klapptisch“ genutzt wird.

Für den Transport verschwindet die Küchenbox dann sauber verstaut im mittleren Fach der Campingbox.

4. Noch etwas mehr autark: Die Pipi-Box

Im Format der Küchenbox haben wir uns für etwas mehr Autarkie auch noch ein anderes Element überlegt: Die Pipi-Box.

Anstatt eines Chemieklos überlegen wir hier auf eine Trenntoilette zu setzen. Hier werden bereits beim „Erledigen des Geschäfts“ durch einen Einsatz flüssige und feste Bestandteile in separaten Behältern getrennt. Die festen Bestandteile werden in einer Tüte gesammelt und mit etwas Holzspänen, etc. abgedeckt. Somit entsteht keine Geruchsbelästigung. Nach 2-3 Tagen leert man die flüssigen Bestandteile entweder in die Entsorgungsmöglichkeiten am Camping- oder Wohnmobilstellplatz und die festen Bestandteile in den Abfall oder Kompost.

Vom Format her würde die Pipi-Box der Küchenbox entsprechen. Dann würden wir die Maße der eigentlichen Box noch etwas anpassen und dafür rund 90 Liter an Stauraum einbüßen. Dafür wären wir aber ein „autarkes Wohnmobil“. Für die Toilette würden wir dann vielleicht noch ein kleines (Dusch-/Toiletten-)Zelt einpacken.

Im nächsten Schritt geht’s aber erst Mal an die eigentliche Campingbox und die Küchenbox, da wir zumeist ja doch auf Camping- oder Stellplätzen stehen.

Campingbox mit ausgeklappten Füßen zur Abstützung der Liegefläche

5. Die Verdunklung

Für die Verdunklung hatten wir letztes Jahr lange nach vorgefertigten Lösungen gesucht, aber keine gefunden. Wir haben uns deshalb dafür entschieden, die Verdunklung aus Filz selbst zu fertigen. Die Filzelemente werden durch Saugnäpfe an den Fenstern befestigt. Mehr zu unserer Verdunklung aus Filz gibt’s hier in einem separaten Artikel.

Mittlerweile gibt es von project-camper.de auch vorgefertigte Verdunklungselemente für den Peugeot Rifter, Citroen Berlingo oder Opel Combo, die magnetisch befestigt werden (440€). Auch Vanessa Mobilcamping bietet mittlerweile vorgefertigte Verdunklung für Rifter, Berlingo und Opel Combo an (215€).

6. Werkzeuge für die Planung

Neben einem Zollstock, Papier und Stift war in der ersten Planung kein weiteres Werkzeug notwendig.

Wer die Box maßgetreu am Rechner planen will, aber kein AutoCad, etc. zur Verfügung hat, wird mit dem kostenlosen Online-Programm Tinkercad schnell zu Ergebnissen kommen. Hier mal das Design unserer Box und Küchenbox in 3D:

7. Feedback?

Was sagt ihr zu unseren Plänen? Kompletter Schwachsinn? Zu wenig Platz zum Schlafen? Lieber eine Box kaufen? Ihr habt noch Ideen, Erfahrungsberichte, Tipps & Tricks aus eurem eigenen Ausbau für uns? Dann immer her damit… die Kommentare stehen euch offen!

Die Bauphase haben wir für euch in einem zweiten Artikel bebildert.

8 Gedanken zu „Unsere DIY-Campingbox: Die Planungsphase“

  1. Hi ihr 2-4..Nach etlichen Nächten in verschiedenen Autos. (LT/womo/Kombi/kastenwagen)
    Wenn ihr von hinten an Euer Auto wollt (Küche) könnt ihr die Fahrräder nur auf m Dach mitnehmen. Da ich das alleine mit 2 Kindern nicht schaffe habe ich sie hinten auf der Anhängerkupplung an meinem Tourneo connect .dann kommt man qausi an nix mehr dran. ich hab bislang die Wasserversorgung draussen mit drangeschnallt u alles draussen erledigt..Das sehr hohe Bett (auf den bei euch erwähnten Samla Boxen noch obendrauf u ca 15 cm dick
    ) hat uns nicht gestört.) Denkt an Belüftung! Mückendicht! So, dass der Regen nicht reinkommt.
    Vielleicht gäbe es doch die Möglichkeit seitlich an Den Herd zu kommen, das is bei Wind echt klasse.
    Musste ich auch schon. Halb im Auto die Würstchen Braten.
    Ganz liebe Grüsse u viel Erfolg!

    Stefanie

    1. Hallo Stefanie,

      Danke für deinen Input! Wir sind bisher ja auch schon mit unterschiedlichen Fahrzeugen unterwegs (Auto, Fiat Scudo, Peugeot J7, Wohnwagen, Zelt). Den Fall mit dem Fahrradständer hatten wir einmal und danach keine Räder mehr mitgenommen. Diesen Sommer sieht’s evtl. wieder anders aus (Loire-Radweg mit dem Hochdachkombi als Begleitfahrzeug). An die Kisten im Kofferraum müssen wir aber wohl immer ran. Die Küche würden wir so bauen, dass sie als Heckküche oder auch komplett freistehend genutzt werden kann.

      Liebe Grüße
      Thomas

  2. Hallo,
    zu allererst vielen Dank für die vielen nützlichen Ideen!
    Da ich mich gerade mit ähnlichen Gedanken beschäftige, wäre es toll, wenn ihr sagen könntet, wie die exakten Abmessungen des Rifters L1 sind.

    Im Genauen:
    1a. Welche Gesamttiefe im Kofferraum steht für die Campingbox bei ausgeklappter und nutzbarer Rückbank zur Verfügung?
    1b. Welche Gesamttiefe im Kofferraum steht für die Campingbox bei eingeklappter und nicht nutzbarer Rückbank samt ganz nach vorne geschobenen Sitzen von Fahrer und Beifahrer zur Verfügung?
    2. Welche Gesamthöhe im Kofferraum steht für die Campingbox zur Verfügung?
    3. Welche Gesamtbreite im Kofferraum steht für die Campingbox zur Verfügung?

    Vorab schon einmal ein großes Dankeschön!

    1. Hallo!

      Danke für deine Frage zu den Maßen, wir haben am Wochenende unsere Box fertig gebaut, insofern können wir recht genau antworten 😉
      Artikel zur fertigen Box folgt diese Woche…

      1a. Welche Gesamttiefe im Kofferraum steht für die Campingbox bei ausgeklappter und nutzbarer Rückbank zur Verfügung?
      Die Rücksitzbank steht schief und gibt den maximal nutzbaren Raum vor:
      Oben (auf Höhe der herausnehmbaren Kofferarumabdeckung/Hutablage): 70cm
      Unten (Bodenhöhe): 90cm
      Baut man eine gerade Box bleiben also 70cm, in unserem Fall müssen wir noch den Platz für die Schlafelemente/den „Lattenrost“ abziehen und sind jetzt bei 60cm gelandet.

      1b. Welche Gesamttiefe im Kofferraum steht für die Campingbox bei eingeklappter und nicht nutzbarer Rückbank samt ganz nach vorne geschobenen Sitzen von Fahrer und Beifahrer zur Verfügung?
      Knapp 200cm (auf Höhe der Hutablage), am Boden knapp 190cm.

      2. Welche Gesamthöhe im Kofferraum steht für die Campingbox zur Verfügung?
      115cm
      Beim Rifter mit dem Panoramadach noch etwas weniger!

      3. Welche Gesamtbreite im Kofferraum steht für die Campingbox zur Verfügung?
      115cm

      Liebe Grüße
      Thomas

  3. Hallo Thomas,

    vielen Dank für die superschnelle Rückmeldung und die Infos!
    Ich bin schon sehr auf den Artikel mit der fertigen Campingbox gespannt.
    Hoffentlich mit Fotos aus allen erdenklichen Richtungen und sowohl eingeklappt als auch ausgeklappt 😉
    Viele Grüße!

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